Abwasserreinigung

 

RECHENANLAGE

Im Rechenraum wurde das Zulaufgerinne als Doppelgerinne mit je 80 cm Gerinnebreite ausgebildet, in denen zwei Feinrechen mit einem Stabstand von 15mm installiert wurden. Die Reinigung der Feinrechen erfolgt automatisch über das Wasserspiegelniveau vor dem Rechen. Die Grobstoffe werden über Räumharken in die gemeinsame Förderschnecke mit integrierter Rechengutpresse gefördert, gepresst in Müllcontainer abgeworfen und zur Müllverwertungsanlage Roppen transportiert. Die Zu- und Ablaufmengenmessung erfolgt nach dem pneumatischen Lufteinperlverfahren im Venturikanal. Ein Venturigerinne wurde zu diesem Zweck im Zulaufgerinne knapp vor dem Doppelsand- und Fettfang und im Ablaufgerinne, Ende Klärblock, installiert.

                                                                                         
           Grobkärung und Frischschlammschächte                                                                                                                           Meß-Sonden im Ablaufkanal

DOPPELSAND- UND FETTFANG

Nach dem Passieren der Rechenanlage gelangt das Abwasser in den zweistraßigen Sand- und Fettfang. In den zweigeteilten Becken mit 2x90m³  Sandfang – und 2x40m³ Fettfangvolumen, werden der Sand und die Schwimm- und Fettstoffe ausgeschieden und das Abwasser vorbelüftet. Bei einem max. Zufluss von zukünftig 600 l/s beträgt die Aufenthaltszeit 5 Minuten. An der Beckensohle der Sandfänge wird Luft eingeblasen, was zur Folge hat, dass der Sand sich absetzt und die übrigen Schmutzstoffe zur Grobklärung weitergetragen werden. Die Schwimm- und Fettstoffe steigen dabei in die seitlichen Beruhigungsteile auf und können mittels Räumschilder und Absenkschützen den Frischlammschächten zugeführt werden. Der abgelagerte Sand wird über Seilzugräumer in die einlaufseitigen Pumpensümpfe geräumt, mit Tauchmotorpumpen zum Sandsilo ins Betriebsgebäude (Pumpenraum) gefördert, in Müllcontainer abgezogen und zur Müllverwertungsanlage Roppen transportiert.


Doppelsand- und Fettfang mit Seilzugräumer

 

GROBKLÄRUNG UND FRISCHSCHLAMMSCHÄCHTE

Der Hochlastbelebung vorgeschaltet sind zwei rechteckige Grobklärbecken mit 2x125m³ Inhalt. Bei einer zukünftigen Zulaufmenge von 600 l/s ergibt sich dabei eine Aufenthaltszeit von 7 Minuten. In der Grobklärung erfolgt die Grobentschlammung des Abwassers, wodurch sich die Zulaufschmutzfracht um ca. 10% reduziert. Für den Endausbau von 60.000 EGW60 kann mit einem Frischschlammanfall von 20m³/Tag gerechnet werden.

 


Feinrechenanlage

Der in den Trichterspitzen anfallende Primärschlamm wird über Abzugsrohre den angeschlossenen Frischschlammschächten zugeführt. Der Schlammabzug erfolgt automatisch über pneumatische Schieber. Die Entleerung der Frischschlammschächte erfolgt niveaugesteuert über die Schlammsiebanlage in den Eindicker.

 

 

Biologische Anlagenteile

 

 

HOCHLASTBELEBUNGSANLAGE

Mit dem Durchströmen der Grobklärung verlässt das Abwasser die Vorreinigungsbauwerke und verteilt sich auf zwei gleiche biologische Klärbecken. Hier beginnt der biologische Abbau des Abwassers. Die Hochlastbelebung, ist die erste biologische Stufe, in der ca. 50% der ankommenden Schmutzfracht, von 2.500 kg BSB5/Tag auf 1250 kg abgebaut wird, wofür eine Schlammtrockensubstanz von 3,5 kg erforderlich ist. Die Hochlaststufe

 wurde für den Erstausbau-46000 EGW60 -bemessen, sodass zwei Hochlastbelebungsbecken mit 2x120=240m³ Inhalt notwendig waren. In der Hochlaststufe werden bei einem Belebtschlammalter von ca. 0,6 Tagen Schmutzstoffe adsorbiert und leicht abbaubare Kohlenstoffverbindungen von heterotrophen Organismen abgebaut.

 

                                 
Hochlastbelebungsbecken                                                                       Gesamtansicht Klärblöcke


Für den Abbau von 1250 kg BSB5/Tag ist ein Sauerstoffeintrag von 100kg 02/h, gemessen im Reinwasser, notwendig. Dazu wurden 2Stk. Polumschaltbare Druckluftgebläse mit einer Luftmenge von 1850 m³/h mit einer Luftmenge von 1850m³/h (990/594 und 860/516 m³/h) und einer Leistung von 32,9 kW (17,6/11,2 und 15,3/9,8 kW)und 2x260=520 Stück Nokia Membran-Belüfter für intermittierenden Betrieb installiert. Die Regelung der Gebläse erfolgt über Sauerstoffsonden.

 

ZWISCHENKLÄRBECKEN

Von den Hochlastbelebungsbecken fließt das Belebtschlamm- Abwassergemisch in die Zwischenklärbecken mit 2x630=1260m³ Inhalt. Bei max. Zulauf 428l/s beträgt die Aufenthaltszeit 0,8 Std. Durch die geringe Durchflussgeschwindigkeit in den Zwischenklärbecken setzt sich der Hochlastbelebtschlamm an der Beckensohle ab und kann so mittels Kettenräumer zu den Pumpentrichtern gefördert werden. Die vier Rücklaufschlammpumpen mit 4x60 =240l/s Förderleistung bringen den abgesetzten Belebtschlamm wieder zurück in die Hochlastbelebung. Die durch den Schmutzstoffabbau ständig zuwachsende Belebtschlammenge wird laufend abgezogen, wodurch die Schlammenge in der Hochlastbelebung konstant gehalten werden kann. Über Trübungsmesser gesteuert werden täglich ca. 200m³ 0,7%iger Belebtschlamm abgezogen, der als Überschussschlamm (ÜS) bezeichnet wird. *ber die ÜA-Belüftung und Nachklärung wird dieser auf ca. 2% Trockensubstanz eingedickt und wiederum über Trübungsmesser in die ÜS-Schächte abgezogen. Tauchmotorpumpen fördern den ÜS anschließend niveaugesteuert über die Schiebung zum Eindicker.

 


Zwischklärbecken mit Kettenräumer

SCHWACHLAST- BELEBUNGSANLAGE

Nach der Zwischenklärung verteilt sich das teilgereinigte Abwasser auf vier Schwachlastbelebungsbecken mit 4x600=2400 m³ Inhalt, in denen die restliche Schmutzfracht von 1250 kg BSB5/Tag abgebaut wird. Für diesen Abbau wird eine Schlammtrockensubstanz von 3 kg/m³ benötigt. Die Schwachlastbelebung wurde ebenfalls für den Erstausbau – 46.000 EGW60-bemessen.


Druckluftgebläse

In der Schwachlastbelebung werden bei einem Belebschlammalter von ca. 7,5 Tagen die restlichen Schmutzstoffverbindungen von heterotrophen und autotrophen Organismen abgebaut. Die Bemessung der Anlage auf Stickstoffabbau war nicht gefordert. Bei hohen Abwassertemperaturen während der Sommermonate kann jedoch mit Nitrifikation in der Schwachlastbelebung gerechnet werden.

Für den Abbau von 1250 kg BSB5/Tag, einschließlich Nitrifikation, ist ein Sauerstoffeintrag von 274 kg02/h, gemessen im Reinwasser, notwendig. Um diesen Eintrag zu gewährleisten wurden 3 Stk. Polumschaltbare Druckluftgebläse mit einer Luftmenge von 5750m³/h (2232/1362,1980/1200 und 1536/948 m³/h) und einen Anschlusswert von 103 kW (41/25, 35/23 und 27/17 kW) und 4x2800=1120Stk. Nokia Membranbelüfter für intermittierenden Betrieb installiert. Über Sauerstoff-sonden und Klappen wird der 02-Gehalt geregelt. Die Gebläseregelung erfolgt über eine Druckmessung.

 

NACHKLÄRBECKEN

Das Belebtschlamm – Abwassergemisch strömt von den Schwachlastbelüftungsbecken in die Nachklärbecken mit 4x825=3.300 m³ Inhalt. Die Aufenthaltszeit bei max. Zufluss von 428 l/s beträgt 2,2 Std.

Auf Grund der geringen Durchflussgeschwindigkeit in den Nachklärbecken setzt sich der noch aktive Belebtschlamm auf der Beckensohle ab und kann so mittels Kettenräumer in die Pumpentrichter befördert werden. Insgesamt 8 Stück Rücklaufschlammpumpen mit 8x27= 216 l/s Förderleistung transportieren den eingedickten Belebtschlamm wieder zurück in die Schwachlastbelebung.

Der zuwachsende Belebtschlamm wird wie bei der Hochlastbelebung, über Trübungsmesser gesteuert, laufend abgezogen. Täglich werden ca. 160 m³ Über-schussschlamm (ÜS) mit ca. 0,7% Trocken-substanz aus dem Kreislauf genommen. Die weitere Behandlung des Schwach-lastbelebungs-ÜS erfolgt gemeinsam mit dem Hochlastbelebungs-ÜS. Das gereinigte Abwasser verlässt über die Ablaufrinnen am Ende der Nachklärbecken den biologischen Anlagenteil, und gelangt über den gemeinsamen Ablaufkanal AZ800 und Umlaufkanal AZ 1000 zum Inn.

 

SCHLAMMVORBEHANDLUNG

Der Frischschlamm aus der Grobklärung, der Über-schussschlamm aus der Hochlast- und Schwach-lastbelebung und der Fäkalschlamm werden über die Schlammsiebanlage mit 3 mm Lochdurchmesser dem Eindicker zugeführt. Ein Krählwerk mit Boden- und Schwimmschlamm-schild verbessert die statische Eindickung des Schlammes. Zeit- und niveaugesteuert wird beim Start des Hygienisierungsprogrammes der auf ca. 4% Trockensubstanz ein-gedickte Frischschlamm in den Beschickungsschacht der Hygienisierung abgelassen. Das überstehende Trübwasser geht im Freigefälle in den Zulauf.

 

SCHLAMMBEHANDLUNG

Die Schlammbehandlung besteht im Wesentlichen aus der Schlammhygienisierung und der Schlamm-faulung. Bei Endausbau auf 60.000 EGW60 mit Stickstoff- und Phosphatelimination fallen pro Tag ca. 90m³ Frischschlamm mit 5% Trockensubstanz an. Die Schlammbehandlung ist bereits jetzt für den Endausbau ausgelegt. In der vorgeschalteten Hygienisierung wird der Frischschlamm entseucht, damit die Ausbringung des Klärschlammes in der Landwirtschaft möglich ist. Neben der Schlammsiebung wurde zur Zerkleinerung von Faserstoffen und Haaren ein Macerator installiert. Der Frischschlammeintrag erfolgt über 3 Spriralwärmetauscher in den doppelwandigen Hygienisierungsbehälter. Gleichzeitig mit diesem Eintrag wird Schlamm aus dem Vorfaulraum über den Wärmetauscher 1 in den Nachfaulraum und Schlamm aus dem Hygienisierungsbehälter über Wärmetauscher 2 in den Vorfaulraum gepumpt. Durch diese Wärmetauschvorgänge wird der Frischschlamm ohne Energieeintrag von 10°C auf 33°C gehalten. Die Restaufheizung des Frischschlammes auf 60°C erfolgt über den Wärmetauscher 3 mittels Heißwasser. Über die Hygienisierungsanlage werden im Endausbau somit pro Tag 90m³ Frischschlamm mit 5% TS, über 20 Stunden verteilt, in den Vorfaulraum eingetragen. Bei einem Vorfaulraumvolumen von 1800m³ ist für den Endausbau eine ausreichende Ausfaulzeit von 20 Tagen gegeben. Über die vorhin bereits beschriebenen Tauschvorgänge gelangt der ausgefaulte Klärschlamm in den Nachfaulraum mit ebenfalls 1800m³ Inhalt. Im Nachfaulraum wird der ausgefaulte Schlamm weiter eingedickt und das überstehende Trübwasser in den Kläranlagenzulauf abgezogen. Der ausgefaulte und eingedickte Schlammwird über eine Siebbandpresse mit einer Durchsatzleistung von 12 m³ Nassschlamm pro Stunde auf ca. 30% Trockengehalt entwässert, in Großcontainer abgeworfen und zur Müllverwertungsanlage Roppen transportiert. Das großzügig bemessene Nachfaulraumvolumen (1800 m³) reicht aus, um bei Ausfall der Schlammentwässerung den Betrieb ca. 2 Monate überbrücken zu können. Die Umwälzung des Vorfaulraumes erfolgt mittels zentraler Gaseinpressung und Umwälzpumpen, im Nachfaulraum nur mit Pumpe. Die Förderleistung der Tauchmotorumwälzpumpen beträgt je nach Schlammspiegel zwischen 50 und 90 l/s.